Anfang Januar bot uns Händlern die Firma Dynastar an, an den Arlberg zu kommen um dort die neusten Dynastar Ski selbst zu testen. Aufgrund der weiten Anreise habe ich mich Sonnabend nach Ladenschluss ins Auto gesetzt und bin nach Lech am Arlberg gereist, um mich am Sonntag im Ski-Gebiet einzufahren, damit ich am Montag weis, wo ich die neuesten Dynastar Ski am besten im freien Gelände testen kann. Welche Hänge besitzen bei der vorhandenen Schneemenge noch die besten Möglichkeiten? Um ehrlich zu sein, ich hatte es mir mit dem Schnee viel schlimmer vorgestellt als es war. Es war zwar nicht prall, die Valuga aut, aber immerhin es gab noch einige Hänge mit unverspurten Pulverschneeabschnitten. Als Reference Ski fahre ich seit vorigem Winter den Dynastar Big Trouble in 1,76 m Länge und habe dort eine Look PX 12 Rental montiert. Die Kombination ist als Allmountain Ski-Set mit den hervorragenden Verstellmöglichkeiten der Look Skibindung allerbestens geeignet, sich den vorhandenen Möglichkeiten anzupassen. Je nach Schneebeschaffenheit habe ich die Möglichkeit, die Skischuh-Stellung mehr als 4 cm zu verändern. Je nach Hang und Schneesituation kann ich dann spontan an Ort und Stelle entscheiden, wie ich fahren möchte. Der Sonntag verlief sehr gut es machte wie immer viel Spaß im Pulvertraum zufahren. Ich war sehr gespannt auf die morgige Dynastar Ski-Präsentation für den Winter 07/08.
Die Präsentation begann mit einem Paukenschlag, als erstes wurde uns der brandneue Dynastar Myhtic Rider vorgestellt, der den legenderen Dynastar Legend 8800 ersetzt. Der mit einer Schaufelbreite von 122 mm, einer Skimitte von 88 mm und einer Endbreite von 110 mm sehr stylisch daherkommende Myhtic Rider hat von den Maßen her das Zeug zum Kult-Ski. Er kommt in folgenden fünf Längen auf den Markt: 165 cm, 172 cm, 178 cm, 184 cm, 189 cm und hat bei einer Länge von 172 cm ein Gewicht von 1984 gramm und einen Radius von 21 m . Wenn das mal keine Traummaße sind! Der kleine Bruder des Dynastar Pro Rider kommt in kleiner limitierter Auflage Anfang März 07 auf den Dresdner Ski-Markt ; das steht hiermit schon mal (fast) fest. Dass dieser Ski sich nicht exzellent fahren lässt, kann ich mir ehrlich gesagt nicht richtig vorstellen.
Der offizielle Einführungstext von Nathanael Fresnois ( extrem Freerider ) und jetziger Team Manager klang dann so. Freeriden lag schon in den Genen der Marke, aber der Fortschritt geht weiter, was jetzt auch der heiß ersehnte „Legend Mythic Rider” beweist, der sich auf allen schneebedeckten Hängen der Welt tummelt. Als kleiner Bruder des „Pro Rider” ist der „Legend Mythic Rider” ein Ski mit Charakter, der für starke Skifahrer auf der Suche nach einem vielseitigen und leistungsstarken All Mountain Ski entwickelt wurde. „Der ideale Ski, um in Grands Montets jeden Tag und bei allen Schneeverhältnissen Spaß zu haben”, sagt Vanco Maruzzi, Ausbilder bei der ENSA (Ecole Nationale de Ski et d’Alpinisme) in Chamonix. Die Taillierung und die große Längenauswahl machen ihn zu einem sowohl leistungsstarken als auch leicht zu handhabenden Ski. Die Einkerbung am Skiende ermöglicht die Befestigung von Fellen und der Ski lässt sich optimal mit der Touren-/Freeride-Bindung kombinieren. Der „Legend Mythic Rider” fühlt sich in jedem Gelände und bei allen Schnee- verhältnissen wohl. Kurz gesagt: der ideale All Mountain Ski. Er ersetzt den Dynastar Legend 8800 und bringt eine neue Taillierung, mit deutlich größerer Schaufelbreite bei gleicher Skimitte mit. Die damit deutlich verbesserte Drehfreudigkeit und Agilität, sowie das bessere Aufschwimmen im Pulverschnee bei gleichzeitig geringerem Kraftaufwand des Dynastar Legend Mythic Rider Ski war bei den ersten Testausfahrten dann sofort zu spüren. Ich bin den Myhtic Rider in 1,78 m und 1,72 m sowie in 1,84 m Länge gefahren. Kluger Weise waren die Test Ski dann schon mal mit dem neuen Fluid Ski-Bindungs-System ausgestattet, das mir die Möglichkeit gab, auch die Skischuh in ihrer Stellung auf den Ski zu verändern. Aber nun ab in den Powder! Geht heuer leider nicht so schnell, ich muss erst auf den Rüfikopf nach oben fahren, um dann zum Monzabon die ersten Schwünge ab zu fahren. Um dann wieder vom Schüttboden nach Zürs abzufahren. Was sofort auffällt, die Radien sind gegenüber dem Pro Rider deutlich kleiner was mir persönlich viel mehr Spaß macht. Das restliche Set up kann die Herkunft des großen Bruders aber nicht wirklich verheimlichen. Der Dynastar Mythic Rider bringt im Gegensatz zu vielen anderen Ski eine sehr ordentlich, verdrehsichere und in der Horizentalen harte Schaufel mit. Ich kann ganz sauber wie vom Pro Rider gewohnt auf der über Nacht komplett bei tiefer als minus 10° Celsius aufgefrorenen Piste auf der innen Kante des Außen Ski stehen Druck darauf geben und saubere Radien fahren. Je nach Gewichtsverlagerung nimt der Mythic Rider fast Explosionsartig Geschwindigkeit auf. Da die Piste fast total leer ist am Morgen kann ich es richtig laufen lassen und es macht richtig Spaß den Ski auf die Kante zustellen und dem Rythmus zufolgen. Soviel steht nach den ersten Abfahrten schon mal fest. Das Paket ist in sich stimmig und homogen, fährt sich astrein und fühlt sich vor allen Dingen auch bei deutlich härterer Gangart in steileren Hängen pudelwohl. Im Powder dagegen dreht und schwimmt er leichter auf als sein Vorgänger, verkraftet die Richtungswechsel und Schneeveränderungen fast genauso spielend und ist somit seinem kleineren Bruder, dem Dynastar Legend 8000 was die Radien angeht, deutlich näher gerückt. Ein absolut Klasse-Ski in gewohnter Dynastar Qualität, den wir allen Freeridern entweder mit Look PX 12 Demo 2 Wide oder mit der neuen Marker Duke fürs Touren gehen, empfehlen möchten. Bei kleineren und leichteren Fahrerinnen und Fahrern kommt natürlich die Naxo NX 21 oder die baugleiche Dynastar Legend Early Tram ebenfalls in Frage. Gegenüber dem Big Trouble ist der Mythic Rider deutlich leichter ( 1984 gramm gegen 2186 gramm ) und bei geringfügig größerem Radius (1 m) bei 1,76 m Länge bei Varianten- und Touren-Fahrerinnen und -Fahrern durch sein geringeres Gewicht und seine schmalere Taille klar im Vorteil. Auch die deutlich unkompliziertere Anbringung eines Touren Fells, das benutzen als Steighilfe durch vertikales einrammen im Aufstieg, vor allen Dingen in sehr steilen Gelände spricht ebenfalls für den Mythic Rider. Alle, die den Speed noch mehr mögen und sich auch gern mal in die Lüfte begeben sei es im Backcountry oder im Park, die deutlich mehr Auftrieb im Tiefschnee möchten und einem reinrassigen Twin Tip mit sehr großer Schaufel nicht abgeneigt sind, werden sich den Big Trouble jedoch jederzeit vorziehen.
Die Dynastar Präsentation wurde mit der Vorstellung des komplett überarbeiteten Legend 8000 fortgesetzt. Der mit einer Schaufelbreite von 120 mm, einer Skimitte von 79 mm und einer Endbreite von 103 mm sich sehr ästhetisch und homogen anfühlende Dynastar Legend 8000 passt in das Dynastar Freeride Ski-Ensemble hervorragend herein. Der 8000′er kommt in den Längen von 165 cm, 172 cm, 178 cm und 184 cm und hat bei einer Länge von 172 cm ein Gewicht von 1698 gramm und einen Radius von 18 m . Dem Legend 8000′er ein so fortschrittliches Sidecut zu verpassen, spricht für die Erfahrung und die Weitsicht der Franzosen. Ganz klar, der Skimarkt wird sich wie der Bikemarkt in immer mehr kleinere Zielgruppen aufspleißen. Und diesem Trend wird die neue Aufteilung der Dynastar Freeride Ski-Gemeinde absolut gerecht.
Im Fahrtest bestätigte der 8000′er dann auch, was sich aus seinen Maßen und seiner Charakteristik her ergeben sollte. Er dreht deutlich spielerischer und leichter auf, die bessere Agilität und Spritzigkeit im Verhältnis zum Kraftaufwand ist gegenüber dem Mythic Rider sofort zu spüren. Die Radien sind gegenüber dem Dynastar Mythic Rider deutlich kleiner. Der Ski ist in sich sehr stimmig, fährt sich für alle diejenigen angenehmer, die einen deutlich kleineren Radius bevorzugen und auch mal ne’ ganz saubere Acht oder gar ganz viele Achten in den Pulvertraum häkeln wollen. Wer in gewohnter Umsteige Technik noch weiter fahren möchte wird mit diesem Ski bestens bedient. Im Powder dreht und schwimmt er gut auf, verkraftet die Richtungswechsel und Schneeveränderungen immer noch sehr gut und ist somit seinem größeren Bruder, dem Dynastar Legend Mythic Rider beim Drehen deutlich im Vorteil. Ein hervorragender Ski in gewohnter Dynastar Qualität aus dem Mont-Blanc Valley, den wir allen Ski-Touren-Fahrern mit Abfahrt- preferenz, aber vor allen den jenigen wärmstens empfehlen können, die sich in diesem Segment erst noch ausprobieren wollen und einen absoluten Allrunder suchen da Sie sich noch nicht so richtig zwischen Piste und Freeride entscheiden können. Wir empfehlen den Ski entweder mit Dynastar Legend Early Tram, die baugleich der Naxo NX-21 ist und deutlich besser im Aufstieg und in der Auslöse-Charakteristik ist oder mit der Fritschi Diamir Freeride Plus, die wir beide fürs Ski-Touren-Gehen sowie für Mixed Pisten- Freeride- Tage absolut empfehlen möchten. Für alle Freerider und Pistenfahrer natürlich die Look PX 12 Demo 2 Wide.
Ich möchte mich bei Ihnen für Ihre aufgebrachte Zeit bedanken und hoffe, Ihnen eine Entscheidungshilfe gewesen zu sein. Sollten Sie sich dennoch unsicher sein, so kontaktieren Sie mich bitte unter www.antrieb.com. Herzlichst Ihr Torsten Schubert